Tiara Leitzman

Sind Gesichtsöle die neuen Cremes?

Tockene Heizungsluft, klirrende Kälte, heiße Duschen: unsere Haut macht im Winter einiges mit.


Oft sind Pickel, trockene Haut und Schüppchen die Folge, obwohl man cremt, was das Zeug hält.
Aber habt ihr es schonmal mit Ölen probiert?

Shine Bright Like A Diamond

„Meine Haut verträgt kein Öl“, „Ich will keinen Fettfilm auf der Haut“, „Öl verursacht bei mir Mitesser“. Diese und weitere Sprüche habe ich oft von Freunden und Bekannten gehört. Zugegeben, auch ich war anfangs ein wenig skeptisch und musste Gesichtsöle erstmal für mich entdecken. Öle sind von Natur aus reich an Antioxidantien und schützen die Haut so vor freien Radikalen. Gesichtscremes sind oft mit Mineralölen oder synthetischen Füllmaterialien versetzt, die als Emulgatoren fungieren, sprich die Creme geschmeidig machen. Reine Pflanzenöle kommen ohne Emulgatoren aus, lassen die Haut atmen und unterstützen ihre Barrierefunktion. Die wichtigsten Auswahlkriterien für Gesichtsöle sind die Pressung und die Qualität. Bei kaltgepressten Ölen bleiben wertvolle Inhaltsstoffe erhalten, ein Blick aufs Siegel verrät, ob das Öl naturbelassen ist.

Öl ist nicht gleich Öl, auch hier gibt es verschiedene Gesichtsöle für bestimmte Bedürfnisse der Haut. Wenn ihr wie ich nicht komplett Abstand von Cremes nehmen wollt, könnt ihr auch ein paar Tropfen in eure Tagespflege mischen. Ich mische zum Beispiel im Winter, wenn es sehr kalt ist, morgens 50% Creme und 50% Öl zusammen. Abends trage ich nur Öl auf. Wichtig ist, dass ihr das Öl auf die leicht feuchte Haut auftragt, nur so kann es optimal einziehen. Wenn ihr das richtige Öl für Euch gefunden habt, werdet ihr auch keinen speckigen Glanzfilm auf der Haut haben. Im Gegenteil, Öle können auch Unreinheiten beseitigen. Was das richtige Öl für Euren Hauttyp ist, erfahrt ihr hier.

Empfindliche und Mischhaut

Traubenkernöl
Das Öl zieht gut ein, hinterlässt keinen Film und repariert Hautschäden durch Tocopherol (Vitamin E) und seinen zahlreichen ungesättigten Fettsäuren.

Teebaumöl
Dieses Öl ist stark entzündungshemmend, tötet Bakterien ab und hilft sogar gegen Akne. Aufgrund seines scharfen Geruchs empfehle ich, Teebaumöl nicht pur auf das ganze Gesicht aufzutragen, sondern nur auf einzelne Pickel oder es einfach mit einem anderen Öl zu mischen.

Hanföl
Der hohe Anteil der hier enthaltenen Linolsäure bringt entzündungshemmende und reizlindernde Eigenschaften mit sich, zudem hat Hanföl einen mattierenden Effekt.

Trockene Haut

Macadamianussöl
Dieses Öl ist reich an Phosphor, Eisen, Natrium, Vitamin B, Kalzium und Vitamin E. Der hohe Fettanteil lindert Spannungen.

Mandelöl
Zieht besonders schnell in die oberste Hautschicht ein und bewahrt die natürliche Hautfeuchtigkeit. Perfekt für spröde, rissige Haut und Lippen.

Wildrosenöl
Wildrosenöl, auch Hagebuttenkernöl genannt, regt durch in ihm enthaltene Linolensäure die Zellerneuerung an. Vitamin A, B und C können sogar Pigmentflecken entgegenwirken. Leider ist dieses Öl durch Fettprofil unstabil und oxidiert somit leicht, somit bitte nur abends auftragen.

 

Reife Haut

Arganöl
Die Inhaltsstoffe des Arganöls, allen voran das Vitamin-E, helfen bei der Zellregerenation, fördern die Durchblutung und steigern die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Antioxidantien verleihen ausgetrockneter oder von der Sonne geschädigter Haut wieder Spannkraft und Frische.

Nachtkerzenöl
Die vielen essentiellen Fett- und Aminosäuren dieses Öls wirken sich positiv auf das Hautbild aus. Gamma-Linolensäure kurbelt zusätzlich die Zellerneuerung an.

Granatapfelöl
Granatäpfel enthalten drei Mal so viele Antioxidantien wie grüner Tee und schützen die Haut vor Umwelteinflüssen und vorzeitiger Hautalterung. Ein weiterer Inhaltsstoff sind Keratinozyten, die einen natürlichen UV-Schutz darstellen und die Wundheilung fördern.