Black Friday? Bei uns ist heute „White Friday“ angesagt!

Warum wir den „Black Friday“ ausfallen lassen! 

Satte Rabatte, Schnäppchen und Sonderangebote – in diesen Tagen schwirrt uns der Kopf und der Mail-Ordner quillt über. „Black Friday“ lautet das Zauberwort und den Sparfüchsen unter uns kribbelt es in den Fingern. Der schnelle Griff zur Kreditkarte liegt nahe, doch vielleicht sollten wir mal überlegen, was das eigentlich für Konsequenzen hat!

Die Londoner Fashion Designerin Vivienne Westwood bringt es auf den Punkt.

Buy less, choose well, make it last!

Im Klartext: Wirklich nur kaufen, was wir wirklich benötigen und nicht womöglich nach einer Saison wieder ausmisten. Also Spontankäufe vermeiden und sich stets fragen, wie der mega-günstige Preis wohl zustande gekommen ist. Kinderarbeit, Produktion in Billiglohnländern, Vermeidung von teuren Sicherheitsmaßnahmen wie Brandschutz, dafür aber der Griff zu besonders billigen Rohstoffen? Auf Kosten von Mensch und Natur shoppen zu gehen, ist blöd – und wir wollen uns doch am Ende mit der neuen Jacke oder Hose gern und guten Gewissens im Spiegel betrachten.

Daher ist bei uns heute „White Friday“ angesagt! Wir verzichten auf schnellen Konsum und Schnäppchen soweit das Auge reicht. Noch dazu sparen wir uns den Stress, die ganzen Pakete auszupacken, die Sachen anzuprobieren und dann den ganzen Kram wieder zurück zu schicken. Uns ist heute die Nachhaltigkeit wichtig und wir recherchieren lieber nach tollen nachhaltigen Labels, die vielleicht ein bisschen mehr kosten, aber der Umwelt was Gutes tun.

Klar lässt sich schnelles und günstiges Online-Shopping nicht immer vermeiden. Schließlich ist das auch eine Sache des Geldes. Doch vielleicht sollten wir uns gerade an solch einem Tag etwas zurück nehmen, und uns Gedanken über unser Konsumverhalten machen.

 

Alternative „Death Cleaning“

Aus Schweden kommt die neue „Döstädning“-Philosophie, die uns auffordert, nicht jede Kleinigkeit – egal ob Klamotten, Kochtöpfe oder andere Kinkerlitzchen – zu horten. Man muss kein Messie sein, um festzustellen, dass man sich von manchen Dingen nur schwer trennen kann. Aber sich damit auseinandersetzen, was man ernsthaft braucht, kann nicht schaden, bevor die Kreditkarte zu glühen anfängt.

Makaberer aber wirkungsvoller Gedanke: Stellt euch einfach vor, ihr seid nicht mehr da und eure Hinterbliebenen müssten sich durch euren ganzen Kram arbeiten und aussortieren. Befreit euch am besten schon zu Lebzeiten, und das einmal im Jahr von dem ganzen Ballast, den ihr so angehäuft habt. Denn tatsächlich lebt es sich besser mit leichtem Gepäck.
„Es ist eine Erleichterung, Dinge loszuwerden, die man nicht braucht”, findet Margareta Magnusson, die nach eigenen Angaben zwischen 80 und 100 Jahre alt ist und das Buch Döstädning oder The gentle Art of Death Cleaning geschrieben hat. „Egal, wie alt Du bist, es hilft Dir, Dein Leben zu entrümpeln und Bilanz zu ziehen, was wirklich wichtig ist.“

 

 

Wer hat’s erfunden?

Die amerikanische Erfindung ist im Jahr 2006 – übrigens auf Initiative des Technologiekonzerns Apple – zu uns nach Deutschland geschwappt.

Eigentlicher Anlass: Der „Black Friday“ folgt grundsätzlich auf den vierten Donnerstag im November, an dem in den USA Thanksgiving gefeiert wird. Eine der wenigen Gelegenheiten, bei der die komplette Familie zusammenkommt, um traditionell Truthahn, Süßkartoffeln und Maisbrot zu verspeisen. Der anschließende Brückentag wird dann nicht nur zum Verdauen der vielen Köstlichkeiten genutzt, sondern auch zum Shoppen.

Die Idee zum „Black Friday“ hatten übrigens erstmals ein paar pfiffige Händler aus Philadelphia im Jahr 1961, die sich von Rabattaktionen und Sonderangeboten mehr Kundenfrequenz erhofften. Der Plan ging auf, die Idee verbreitete sich ruckzuck im ganzen Land und das Weihnachtsgeschäft wurde ordentlich angekurbelt. Und warum „Black“? Angeblich weil an diesem Tag selbst Händler, die sonst nur rote Zahlen schreiben, beim abendlichen Kassensturz schwarze Finger vom vielen Geld zählen bekommen.

 

Wir werden heute also unsere Kreditkarten in der Geldbörse lassen und lieber den Tag nutzen, unsere Kleiderschränke auszusortieren. Das haben wir schließlich lange genug aufgeschoben. Euch wünschen wir viel Spaß beim „Black Friday“ oder eben beim „White Friday“. Happy Weekend!