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Klara von Süperb im Interview

Diese Frau stellt sich Klara beim designen vor.

Das Label Superb zeichnet sich durch seine besonderen Schnitte und seine Linienführung aus, denn die Designs sind nicht etwa eine größere Ausführung von kleinen Konfektionsgrößen – nein, die Schnitte beziehen sich auf den kurvigen Frauenkörper! Gegründet wurde Süperb von der Hamburger Designerin Klara Stenzel. Vor kurzem hat sie ihre neue Kollektion gelauncht – Anlass für uns sie zu einem Interview einzuladen.

 

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Du hast Modedesign studiert. Wolltest du schon während des Studiums Mode für kurvige Frauen entwerfen?

Am Ende meines Bachelors habe ich angefangen mich mit diesem Thema zu beschäftigen und habe dann auch meine Bachelor Arbeit über Plus Size Mode geschrieben. Danach habe ich eine Weile bei einem Hersteller für große Größen gearbeitet, bevor ich meinen Master angefangen habe. Bei meinem Master habe ich mich dann komplett dem Thema Plus Size Fashion gewidmet.

 

Haben dich deine Dozenten dabei unterstützt oder war das eher schwierig?

Am Anfang war es mit den Dozenten schwierig, aber in den letzten Jahren hat sich ja viel getan, in der Plus Size Fashion Branche und auch mit der öffentlichen Wahrnehmung. Bei meinem Master war meine praktische Erfahrung in dem Gebiet dann sogar ein Vorteil und letztendlich der Grund, warum ich genommen wurde. Da wurde ich dann auch echt gut unterstützt und ich habe immer viele Infos bekommen. Nur mit den Schneiderpuppen war es trotzdem schwierig. Ich hatte dann immer meine eigene Übergrößen Puppe, die aber trotzdem nur eine Größe 40/42 hatte.

 

Hast du eine bestimmte Frau im Kopf wenn du designst? Wie sieht diese Frau aus?

Ich habe eine kurvige Frau im Kopf, die ihren Körper mag, stark und selbstbewusst und ein aktives Leben führt.

 

Wie würdest du deine Designs beschreiben?

Sportlich, sexy, cool, mit besonderem Augenmerk auf die Passform.

 

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Deine neuen Entwürfe haben alle Tiernamen. Was hat das zu bedeuten?

Die Herbstzeit ist für mich eine Naturzeit. Das bedeutet, dass man viel draußen ist, im Park oder im Wald.  Und die Tiere gehören einfach mit zur Natur, es ist also für mich eher ein Herbstthema.

 

Siehst du es als Problem, dass viele Plus Size Labels alles immer sehr sexy mögen?

Für viele die sich nicht mit Plus Size beschäftigen ist das ein leichter Zugang zu diesem Thema. Es ist  einfacher eine dicke Frau nackt als schön zu empfinden als wenn sie angezogen ist. Für eine kurvige Frau ist es einfacher angenommen zu werden oder Anerkennung zu bekommen, wenn sie sexy ist, deswegen machen das viele Frauen so.

 

Worauf achtest du bei der Auswahl deiner Materialien?

Mir ist es wichtig, dass die Stoffe sich angenehm auf der Haut anfühlen, dass man sich vorstellen kann einen ganzen Tag darin zu verbringen. Generell bin ich auch ein Freund von Mischungen – damit meine ich Fasermischungen, also dass ein Stoff nicht zu 100% aus einem Material besteht. So hat der Stoff nicht nur eine Eigenschaft, sondern verbindet die Eigenschaften der verschiedenen Materialien. Synthetische Fasern trocknen zum Beispiel sehr schnell, Elastan ist super für Dehnbarkeit, was ja grade bei Kurven perfekt ist und Viscose sorgt für einen schönen Fall.

 

Was hast du für eigene Erfahrungen beim shoppen?

Shoppen ist immer kritisch! Oft sind die Schnitte auf einer Größe 36 basiert und einfach vergrößert oder auf einer 52 und verkleinert.  Das heißt, dass eine Größe 46 nicht wirklich für einen gedacht ist, von der Passform her. Das ist unter anderem auch ein Grund, warum ich angefangen habe Mode in größeren Größen zu entwerfen, weil ich glaube, dass es vielen Frauen so geht wie mir.

 

Was bedeutet für dich schlechtes Design?

In der Mode bedeutet für mich schlechtes Design, wenn nicht an den Menschen gedacht wurde. Alles von schlicht bis wild hat irgendwo seine  Berechtigung. Auch Sachen, die für manche vielleicht absolut geschmacklos sind – das ist dann einfach eine Geschmackssache. Man muss sich gut und wohl fühlen in seiner Kleidung, das ist das wichtigste.

 

Was magst du am liebsten an deinem Job?

Am schönsten ist es für mich immer noch das fertige Produkt an der Kundin zu sehen.

 

Was hast du noch für Ziele?

Bisher sind meine Kollektionen ja sehr klein, ich möchte auf jeden Fall, dass das noch wächst. Außerdem möchte ich gerne europaweit erreichbar werden. Ich möchte weiterhin viele tolle Leute, vor allem Plus Size Frauen kennen lernen.