Claire probiert’s aus: Schenk mir ein Lächeln

Warum ich eine Woche lang lauter Fremde angelächelt habe. 

Seit ich meine Kolumne schreibe, bekomme ich immer wieder zu hören „Claire probier‘s doch mal aus!“. Immer wenn ich in Situationen gerate, die für mich unangenehm sind oder wenn ich vor etwas Angst habe heißt es: „Claire das passt doch zu deiner Kolumne!“. Sogar zu Weihnachten habe ich ein Buch voller neuer Herausforderungen bekommen – es heißt wortwörtlich „The Big Book Of Challenges“  (Thanks mom, I do really like it!).

Na gut, dann probiere ich es eben aus. Ich habe mir einige Challenges aus dem Buch ausgesucht, die ich gerne ausprobieren möchte: 365 Tage lang jeden Tag einen Euro ins Sparschwein werfen – nach etwa sieben Tagen gescheitert. Das Sparschwein wurde für die morgendliche Dosis Koffein geplündert. Sorry, aber bei Kaffee hört der Spaß auf. Next: Einen Tag lang jedem Menschen, der dir begegnet ein herzliches Lächeln schenken. Okay, let’s try this!

Für diese Challenge habe ich mehrere Anläufe gebraucht. Ich lese zurzeit ein super spannendes Buch (einen Artikel über Buchtipps gibt es auch bald!) und konnte es einfach nicht sein lassen auch in der Tram zu lesen – ich musste wissen, wie es weiter geht! Morgens kam ich also bei der Arbeit an und dachte nur „Shit! Komplett vergessen auf dem Weg Leute anzulächeln!“. Next day, next try, same story again…

Beim dritten Versuch hat es endlich geklappt. Auf dem Weg zur Arbeit in der Tram und auch auf dem Weg von der Tram ins Büro, schenkte ich jedem der mir entgegenkam ein Lächeln. Naja, geklappt ist vielleicht zu viel gesagt. Ich habe zumindest daran gedacht und habe mein Bestes gegeben. Zurück gelächelt hat allerdings niemand. Alle starrten auf den Boden, in ihr Handy oder einfach gedankenverloren in die Luft. Ich kam mir ziemlich blöd vor, wie ich krampfhaft versuchte mit jemandem – mit irgendwem! – Blickkontakt herzustellen. Schon von weitem schaute ich ihnen ins Gesicht in der Hoffnung, dass sie zurückschauen und mein Lächeln wahrnehmen würden. Klingt etwas creepy – war es eventuell auch.

Vielleicht sollte ich noch kurz erklären, warum ich das Ganze überhaupt gemacht habe. Das schlaue Buch sagt, dass Lächeln glücklich macht und dass es hochansteckend ist. Angeblich spiegelt unser Gehirn positive Emotionen besonders stark wieder, weshalb man von seinem Gegenüber erwarten kann, dass er oder sie zurücklächelt – Aha! Naja, ich muss schon zugeben: WENN dann mal jemand zurück gelächelt hat, war das schon ein ziemlich schönes Gefühl. Mein eigenes Lächeln wurde plötzlich noch intensiver und irgendwie habe ich mich tatsächlich plötzlich glücklich gefühlt. Ich hoffe, dass ich auch meinem Gegenüber einen schönen Moment, einen besseren Start in den Tag bescheren konnte!

Fazit: Auch diese Challenge ist mehr oder weniger gescheitert – aber nicht wegen mangelnder Motivation! Ich habe es wirklich versucht, immer wieder. Vielleicht sagt uns diese Erfahrung zumindest eines: Schaut weniger auf den Boden oder in eure Handys. Versucht eure Umgebung bewusster wahrzunehmen. Vielleicht ist jemand verrücktes unterwegs, der sich auch eine Challenge gesetzt hat und euch ein Lächeln schenken möchte!

Jetzt seid ihr dran: Ich fordere euch heraus, einen Tag lang jeden, der euch begegnet anzulächeln! Macht euch selbst und euer Gegenüber glücklich. Und dann berichtet uns gerne von euren Erfahrungen!