Wenn Kunst ausartet

Kunst ist vielschichtig, Kunst ist subjektiv.

“Das liegt im Auge des Betrachters”

Rein rechtlich kann sich sowohl der Absolvent einer Hochschule der (bildende, darstellenden, etc.) Künste als Künstler bezeichnen als auch Gerda, 67, hauptberuflich am Nachtschalter der Jet Tankstelle um die Ecke tätig, aber leidenschaftliche Bob Ross Zuschauerin. Warum nicht einmal selbst ausprobieren? Sieht doch so einfach aus!
Einer Gerda sei die Freude daran sehr gegönnt. Eine Gerda würde sich aber auch niemals tatsächlich in der Öffentlichkeit als Künstlerin vorstellen.

Woher, woher also nehmen so viele Möchtegern-Schriftsteller, Schauspieler, Maler und Co. also das moralische Recht sich als solche zu bezeichnen, wenn das was sie dort produzieren in keinem Universum dieser Welt als Kunst betitelt werden sollte?

Nun werden möglicherweise einige Leser aufschreien und sich entrüstet fragen wie ich es mir rausnehmen darf darüber zu urteilen was als Kunst gilt und was nicht.

Ich schreibe hier von absoluten Totalausfällen. Nicht von den Gerdas dieser Welt. Von Menschen die den lieben langen Tag nichts besseres zu tun haben als zu saufen, Drogen zu nehmen, 3 Zeilen Bukowski zu lesen und sich so lange in ihrem vermeintlich tiefgründigem Welt(un)verständnis zu suhlen bis sie die sogenannte Muse küsst.

“Künstler” die inhaltlich die verwerflichsten Dinge produzieren nur um zu schockieren. Schockieren mit Inhalten die es schon Jahre vorher gab und mittlerweile selbst eingefleischte NDR Zuschauer nicht mehr aus der Bahn werfen würde.
“Künstler” die sich mit der furchtbaren Welt in der wir leben müssen abgefunden und keine Kraft mehr haben sich gegen all das Leid und Elend ein letztes Mal aufzubäumen. Die sich dem Verfall hingeben und dabei nicht bemerken wie diese ach so schlimme Welt dadurch kein Deut besser wird.

Ich habe die Nase voll davon mir Pornorap ähnliche Texte auf Perfomances anhören zu müssen, die weder geistreich formuliert noch in irgendeiner Form als künstlerisch wertvoll betrachtet werden könnten. Ich habe die Arroganz satt mit der diese ohne jegliche Selbstreflexion in den Zuschauerraum geschmettert werden, das Sterni in der einen, die Kippe in der anderen Hand.
Wenn kein besseres Synonym für das Wort “Frau” gefunden werden kann als “Fotze”, “Hure” oder “Schlampe” , wenn sexuelle Handlungen in Worten beschrieben fast unerträglicher sind als in einem tatsächlichen hardcore Porno anzusehen, wenn die Würde eines Menschen, vor allem einer Frau, mit Füßen getreten wird und der “Künstler” selbst voller Überzeugung darüber lachen kann. Dann möchte ich mich fast für meine eigene Berufsbezeichnung schämen.

Ich spreche mich hier aus für mehr Gerdas in dieser Welt und weniger King Orgasmus Ones.