Unser exklusives Interview mit Heather Hazzan

Warum Schönheit nicht deine einzige Währung sein sollte.

Die New Yorker Fotografin Heather Hazzan hat jahrelang als Model gearbeitet und sich dann für die Arbeit hinter der Kamera entschieden. Große Marken und Magazine vertrauen ihrem ungewöhnlichen Blick, der beweist, dass Schönheit alles und nichts sein kann. Worauf es tatsächlich ankommt, hat sie uns im Gespräch verraten.

 

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Schon in der Highschool hatte ich den Traum, irgendwie Teil der Modebranche zu sein. Meine Wände waren mit Collagen tapeziert, die ich aus Hochglanzmagazinen ausgeschnitten hatte. Ich habe mich dann einfach ausprobiert: als Redakteurin im journalistischen Bereich, hinter den Kulissen einer Modelagentur und auch als Plus-Size-Model. Leider war ich zu klein, um wirklich erfolgreich zu werden. Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich mich hinter der Kamera viel wohler fühlte. That‘s it!

Was sind die Sonnen- und was die Schattenseiten beim Modeln?

Es ist natürlich toll, mit kreativen Menschen zusammenzuarbeiten, die Träume und Visionen haben. Was ich allerdings gar nicht leiden konnte, war der permanente Druck, sein Äußeres auf  Wunsch anderer Menschen verändern zu müssen. Ich wache auch gern morgens auf und kenne meinen exakten Zeitplan. Als Model hast du dich aber nach anderen zu richten. Das nervt irgendwann. Mein Rat: Sieh zu, dass die Schönheit nicht deine einzige Währung ist. Entwickle andere und vor allem eigene Interessen und Fertigkeiten, mit denen du glänzen kannst.

 

 

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Ein Beitrag geteilt von the Curvy am am 21. Feb 2017 um 11:47 Uhr

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Diversity ist gerade ein ganz großes Thema in der Mode. Glaubst du, dass wir einen echten langfristigen Wandel erleben und Frauen mutiger ihre Vielfalt zeigen?

Auf jeden Fall! Eine Rückkehr in alte Muster ist für mich undenkbar. Marken, die das nicht kapieren, erhalten schnell einen Denkzettel. Wer direkt mit seinen Fans, seinen Kunden kommuniziert, ist klar im Vorteil. Denn Frauen sind nun mal vielfältig und wollen das auch zeigen.

Wünschst du dir hier mehr Mut bei den großen Marken?

Absolut! Man sollte auch mal Risiken eingehen und Mut zu neuen Perspektiven haben. Nur so funktioniert doch Weiterentwicklung. Stillstand ist langweilig. Was sind überhaupt gute Modefotografien für dich? Modefotografien sollten immer auch Spiegel ihrer Zeit sein. Sie sollten die Träume, Hoffnungen und Ideale zeigen, mit denen sich die Welt und natürlich der Fotograf selbst gerade beschäftigt. Ich finde es immer wieder interessant, dass Modefotografien kleine Welten erschaffen können, die wir sehen wollen und die uns inspirieren. Für mich persönlich ist das eine wundersame Welt voller Freiheit und stiller Zuversicht!

 

 

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Du hattest schon die unterschiedlichsten Frauen und Männer vor der Kamera. Wie definierst du Schönheit?

Ich finde Menschen schön, die wirklich da und nicht nur physisch anwesend sind. Menschen, die sich mit ihrer Umwelt und den Menschen um sie herum beschäftigen, sich mit ihnen verbinden. Schlimm finde ich, wenn jemand sich nur mit sich selbst oder seinem Handy beschäftigt. Wenn ich jemandem tief in die Augen schaue und seine wahre Schönheit erkenne – das ist es, worauf es ankommt.

 

ABOUT

Die New Yorkerin Heather Hazzan (29) kennt Disziplin und Teamgeist. Als passionierte Basketballspielerin hat sie als Teenager gern ihre Wochenenden für den Sport geopfert. Nach diversen Jobs in der Modebranche wurde sie als Model entdeckt und mit der Welt der Modefotografie vertraut. Schließlich wechselte sie hinter die Kamera und fotografiert inzwischen für Hochglanzmagazine wie W Mag, GLAMOUR oder PORTER Magazine. Mit ihrem ALL WOMXN PROJECT und #iamallwoman setzt sich Heather für Vielfalt in der Modelbranche ein, um Schönheit in all ihren Facetten zu zeigen.