Hygienewahn – eine Dusche pro Woche reicht

Insgeheim freuen wir uns doch über diese Nachricht:

Mal ehrlich: Womit kann man heutzutage Feunde und Familie so richtig schockieren – Sex, Drugs, Rock n’Roll? Wohl kaum. Wer allerdings zugibt, nur einmal pro Woche zu duschen oder sich die Haare zu waschen, erntet garantiert spitze Schreie des Entsetzens. Das bekam auch Julia Roberts zu spüren, als sie vor einigen Jahren gestand, niemals ein Deo zu benutzen.

Hier ein paar Fakten, die klar machen, dass man es mit der Körperhygiene nicht übertreiben sollte:

 

Gute Bakterien, böse Bakterien

Kinder auf dem Land haben erwiesenermaßen weniger Allergien als Stadtkinder. Warum? Weil man in der City von mehr Umweltgiften geplagt wird und mit weniger guten Bakterien in Kontakt kommt, darunter Mikroben von Tieren, die sogar gesund sind und uns abhärten. Böse Bakterien, die zum Beispiel in Schwellenländern Cholera und Tuberkulose auslösen, breiten sich hingegen aus, wenn sie durch mangelhafte Antibiotika-Einnahme resistent geworden sind. Also das verschreibungspflichtige Medikament immer aufbrauchen.

 

Zu viel Desinfektion fördert Resistenzbildung

Überall wird fleißig desinfiziert und alles abgetötet, was eigentlich nützlich wäre. Stattdessen kommen wir mit fiesen Reinigungsmitteln in Kontakt, die auch unserem eigenen Bakterienkosmos schaden. Mikroben, die dies überleben, werden im Laufe der Zeit immer resistenter. Am Ende entstehen die gefürchteten „Krankenhauskeime”, die rund 1.500 Menschen pro Jahr allein in Deutschland das Leben kosten.

 

Tägliches Duschen schadet der Haut

Die Haut verfügt über einen natürlichen Säurefilm, der eine Art natürlichen Schutz bildet. Diese Schutzhülle wird langfristig angegriffen, wenn wir sie mit zu viel heißem Wasser und Seife immer wieder zerstören. Wer müffelt, sollte sich lieber nur an entsprechenden Körperstellen mit einem nassen Waschlappen reinigen. Dazu bieten sich seifenfreie Waschlotionen an sowie anschließendes Eincremen mit rückfettenden Substanzen.

 

Tägliche Wäsche macht das Haar immer fettiger

Leider wahr, denn die Kopfhaut, die über eine natürliche Talgschicht verfügt, wird durch die tägliche Wäsche und anschließendes Fönen langfristig geschädigt. Zwei- höchstens dreimal pro Woche waschen, reicht völlig aus. Auf umweltschädliche Silikone im Shampoo bitte verzichten und ohnehin nur einen Klacks Shampoo verwenden, der am Haaransatz einmassiert wird. Anschließend mit warmem, nicht heißem Wasser ausspülen.

 

Ohren reinigen sich von allein

Gut zu wissen, dass sich gesunde Ohren von ganz allein reinigen, denn ab demnächst sollen Wattestäbchen aus Plastik aus den Läden verschwinden. Die Verletzungsgefahr für Trommelfell und Gehörgang ist erwiesenermaßen groß und die feinen Ohrhärchen transportieren Fremdkörper sowieso nach draußen. Besser nur die Ohrmuscheln mit einem feuchten Lappen auswaschen und den Gehörgang in Ruhe lassen. Das reicht völlig aus.

 

Vorsicht bei Intimspray und -rasur

Regelmäßige Intimrasur ist schwer angesagt, aber nicht ungefährlich. Denn kleine Schnittwundern infizieren sich schnell, forcieren Pickel und Pilzinfektionen. Auch aggressive Waschlotionen oder Intimsprays sind absolut unnötig, denn sie zerstören die natürliche und höchst gesunde Hautflora. Übrigens: Schamhaar ist ein natürlicher Schutz für den Intimbereich und sollte daher nicht komplett abrasiert werden. Der menschliche Körper ist insgesamt ein recht gut durchdachter Organismus, der vieles allein regeln kann.