Städtetrips im Winter – Kopenhagen

Zugefrorene Seen, tanzende Schneeflocken und zwischendurch ein Gläschen Glühwein.

Städtetrips im Winter sind was wirklich Wunderbares. Denn endlich haben wir unsere Lieblingsmetropole mal für uns, weil sich die Horden von Touristen in wärmere Gefilde zurückgezogen haben oder lieber ganz daheim bleiben.
Das besonderen City-Flair mit klirrender Kälte in eisiger Winterwunderwelt muss man jedenfalls erlebt haben, wie wir finden.

 

Kopenhagen

Der maritime und natürlich hyggelige Charme der dänischen Hauptstadt kommt bei winterlichen Temperaturen besonders gut zur Geltung. Die ehemalige Kaufmannsstadt mit ihren historischen Bauten und engen Gassen auf der einen Seite – und der modernen Architektur auf der anderen, lockt mit Historie und modernem Lifestyle. Nicht umsonst gilt Kopenhagen als eine der einflussreichsten Design-Hochburgen und wurde vom Lifestyle Magazin Wallpaper zu Recht auf die Liste der zehn innovatisten Städte der Welt gewählt.

 

Der perfekte Tag:
Wir beginnen den Tag am besten mit einer kleinen Mahlzeit, zum Beispiel im Royal Smushi Café . Denn ein echtes Must-eat in Kopenhagen sind eben jene Smushis, kleine belegte Brote, deren Name sich aus Smørrebrød, dem typisch dänischen Brot, sowie Sushi zusammensetzt. Die Mini-Schnittchen gibt es in zig Geschmacksrichtungen; immer mit dabei sind entweder Hering-, Lachs- oder Kalbfleischstücken, die mit Ei, Kräutern etc. serviert werden. Feine Bio-Produkte gehören im ökologisch bewussten Kopenhagen übrigens unbedingt zum guten Ton.
Nach einem kleinen Bummel durch die pittoreske Altstadt mit ihren vielen kleinen Design-Läden, zieht es uns vorbei an der Alten Börse und Schloss Christiansborg ins gut geheizte Dänische Nationalmuseum im Prinzenpalais. Hier präsentiert sich auf drei Etagen die gesamte Geschichte Dänemarks mit jeder Menge interessanter Exponate, darunter der Sonnenwagen von Trundholm und die Grabbeigaben des Mädchens von Egtved, das zwar rund 1.400 v.Chr. in Dänemark bestattet wurde aber ursprünglich aus dem Schwarzwald stammte, wie jüngste wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben.

Darauf brauchen wir erst mal einen kräftigen Schluck Gløgg. Der dänische Glühwein aus Rotwein, Aquavit, Gewürzen, Rosinen und Mandeln wärmt nach einem kleinen Spaziergang unsere kalten Finger sofort wieder auf und wird hier in der kalten Jahreszeit zum Glück an fast jeder Ecke gereicht.

Besonders romantisch ist’s natürlich auf einem der sechs zentral gelegenen Weihnachtsmärkte Kopenhagens. Wer von Mitte November bis zum 31. Dezember vor Ort ist, sollte sein Gläschen Gløgg unbedingt auf dem Jul i Tivoli genießen. Dann verwandelt sich der gemütliche dänische Vergnügungspark Tivoli in eine weiße Winter-Wunder-Weihnachtswelt. Hier kann auch der Appetit auf fettgebackene Krapfen mit Puderzucker und Marmelade gestillt werden. Die sogenannten Æbleskiver machen bei eisigen Temperaturen ganz besonders glücklich.

Noch ein letzter Absacker gefällig? Dann wird aber vorher noch ein kurzer Marsch durch die glitzernde Lichterwelt Kopenhagens zurückgelegt. Bis wir Nyhavn erreichen, den „neuen Hafen“. Die vielen bunten Giebelhäuser, die ein wenig an die Amsterdamer Grachten erinnern, beherbergen jede Menge Kneipen und Restaurants. Hier möchte man am liebsten bis zum Ende des Winters ausharren, wie der berühmte Märchendichter Hans Christian Andersen, der Anfang des 19. Jahrhunderts in Nyhavn sein Quartier bezogen hatte.

Ansonsten bleibt uns zumindest das kuschelige Gefühl von ganz viel Hygge und weihnachtlicher Romantik, zu dem wir nun gern das beliebteste Weihnachtslied der Dänen anstimmen: „Nu er det jul igen“ / „Nun ist wieder Weihnachten“.